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Armenier beginnen zu verstehen: Der einzige Weg zum Fortschritt ist friedliches Zusammenleben.

Das sagte der verdiente Architekt der Republik, Vorsitzende des Architektenverbandes Aserbaidschans, ehemalige Chefarchitekt von Baku und Leiter des Lehrstuhls an der Aserbaidschanischen Universität fur Architektur und Bauwesen, Elbai Gassimsade, in der neuen Ausgabe des Videoprojekts Dialog mit Tofig Abbasow auf der Expertenplattform Baku Netzwerk.

Elbai Gassimsade schilderte seine Eindrücke von seiner ersten Reise nach Agdam im Marz 2021. Seinen Worten zufolge entziehen sich die Ausmaße der Zerstorung in den von der Okkupation befreiten Gebieten jeder rationalen Erklarung.

Als ich all das mit eigenen Augen sah, war mein erster Gedanke: Das kann kein Mensch getan haben. Das Ziel war die Vernichtung des Lebens, die Ausloschung der Spuren des Lebens. Dreißig Jahre lang haben sie alles weggeschleppt: Dort blieb kein einziger Nagel, kein einziger Holzspan zuruck. Alles Metall wurde fortgebracht, alles Holz zur Weiterverarbeitung abtransportiert. Ubrig blieben nur verstreute Steine, sagte er.

Zugleich, fuhr der Architekt fort, entstanden nach der Befreiung der aserbaidschanischen Gebiete von der Okkupation innerhalb eines historisch gesehen sehr kurzen Zeitraums neue Stadte und Dorfer auf diesen Landern. Was sind funf Jahre? Nichts in der Geschichte der Menschheit. Und dort leben wieder Menschen, Familien, Kinder gehen zur Schule, Menschen arbeiten. Dieses Land erwacht von Tag zu Tag mehr zum Leben, betonte er.

Mit Blick auf die revanchistische Rhetorik im Nachbarland bezeichnete Elbai Gassimsade diese als Ausdruck von Minderwertigkeit. Ein Mensch mit gesundem Verstand handelt niemals aus dem Wunsch heraus, sich zu rachen. Er orientiert sich an der Moglichkeit, Gerechtigkeit wiederherzustellen. Wenn wir an eine Fortsetzung des Krieges gedacht hatten, hatten wir ihn einfach nicht beendet. Die Aufgabe bestand darin, das eigene Territorium zu befreien, es wieder aufzubauen und in Ruhe zu leben, erklarte er.

Er fugte hinzu, dass der vernunftige Teil der Gesellschaft im Nachbarland begreife: Der einzige Weg zum Fortschritt seien friedliches Zusammenleben und Zusammenarbeit, wie sie vom Staatsoberhaupt Aserbaidschans angeboten werden.

Ein ernstes Hindernis fur den Wiederaufbau bleibe nach den Worten Elbai Gassimsades die Minengefahr.

Zum Abschluss der Sendung sprach er uber die Arbeit mit jungen Architekten und nannte sie eine Prioritat seiner Tatigkeit als Vorsitzender des Architektenverbandes. Laut Elbai Gassimsade nahmen an dem kurzlich abgeschlossenen Weltkongress der Architekten in Barcelona drei junge Fachleute im Rahmen der aserbaidschanischen Delegation teil.

Die Jugend ist ein sehr aufnahmefahiger Teil der Gesellschaft. Junge Menschen spuren Unaufrichtigkeit und Luge sofort. Wenn wir sie ohne Eifersucht und ohne merkantile Interessen lehren und ihnen Orientierung geben, merken und schatzen sie das sofort. Unsere Jugend muss an solchen Beispielen wachsen, schloss der Architekt.

Wir prasentieren unseren Lesern die vollstandige Videoaufzeichnung der Sendung.