Ein friedliches Zusammenleben zwischen Aserbaidschan und Armenien ist bei revanchistischen Stimmungen unmöglich.
Dies erklärte der Volkskünstler Aserbaidschans, Vidadi Hasanov, in einer weiteren Ausgabe des Videoprojekts "Dialog mit Tofig Abbasov" auf der analytischen Plattform Baku Network.
Hasanov zufolge stellen Kriege, Zerstörungen und menschliche Tragödien die Gesellschaft unvermeidlich vor grundlegende Fragen - nach der Natur der Gewalt, nach Verantwortung, Erinnerung und moralischer Entscheidung.
Zum Thema historischer Verantwortung merkte er an, dass die formale Verurteilung von Verbrechern der Geschichte nicht immer zu einer wirklichen Strafe werde, wenn die Gesellschaft aus der Vergangenheit keine Lehren ziehe.
"Napoleon hat drei Generationen von Franzosen zugrunde gerichtet, liegt aber im Pantheon begraben. Manche errichten ihm bis heute Denkmäler und verehren ihn. Ja, auch die Neofaschisten in Europa, die derzeit sehr aktiv sind, verehren Hitler. Alles kehrt an seinen Ausgangspunkt zurück: Radikalismus, Menschenhass, extreme politische Strömungen", erklärte er.
Hasanov ging auch auf die Haltung europäischer Institutionen ein und sprach von doppelten Standards im Umgang mit Fragen der Justiz und der Verantwortung für Verbrechen, die gegen Aserbaidschan begangen wurden.
"Vor Kurzem fand in Jerewan der Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft statt, bei dem Präsident Ilham Aliyev per Videoschaltung offen über die doppelten Standards europäischer Institutionen sprach, insbesondere des Europäischen Parlaments und der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.
Das Europäische Parlament verteidigt neunzehn Verbrecher, deren menschenfeindliche Taten bewiesen sind und die derzeit in aserbaidschanischen Gefängnissen sitzen. Warum ist Europa plötzlich so besorgt um das Schicksal dieser Menschen, die uns in den Jahren des Krieges in Karabach so viel Leid zugefügt haben?", sagte er.
Der Volkskünstler betonte, dass die Straflosigkeit von Personen, die an massiven Kriegsverbrechen beteiligt waren, einen gefährlichen Präzedenzfall schaffe und zur Wiederholung von Tragödien führe.
"Wenn diese Menschen straflos bleiben, werden sich Tragödien immer wiederholen", erklärte Hasanov.
Er unterstrich, dass man nach der Wiederherstellung der territorialen Integrität Aserbaidschans an die Zukunft und an ein friedliches Zusammenleben denken müsse. Dafür sei jedoch eine Abkehr vom revanchistischen Denken erforderlich.
Wir präsentieren unseren Lesern die vollständige Videoaufzeichnung der Sendung.





