Auf der Expertenplattform Baku Network ist eine weitere Ausgabe des analytischen Videoprojekts „Dialog mit Tofik Abbasow“ ausgestrahlt worden. Zu Gast war die verdiente Künstlerin Aserbaidschans, Irina Eldarowa.
Im Verlauf des Gesprächs sprach Irina Eldarowa ausführlich über die Rolle der Kunst bei der Herausbildung nationaler Identität und des gesellschaftlichen Bewusstseins.
Nach ihren Worten vereint die Kunst von ihrem Wesen her sowohl ein elitäres Moment als auch einen tief verwurzelten Patriotismus.
„Einerseits ist Kunst in gewisser Weise elitär, weil die fortschrittlichen Ideen von Künstlern und Komponisten ihrer Zeit oft voraus sind. Gleichzeitig aber ist Kunst wie kaum etwas anderes zutiefst patriotisch. Sie gehört der ganzen Welt, doch jedes Land ist mit gutem Recht stolz auf seine schöpferischen Persönlichkeiten“, sagte die Künstlerin.
Sie erinnerte daran, dass sie 1986 nach Aserbaidschan gezogen sei, und teilte persönliche Erinnerungen an die 1990er-Jahre.
„Als meine Töchter im Zweiten Lyzeum lernten, stellten sie sich jeden Morgen um acht Uhr zum Appell auf und hörten die Hymne Aserbaidschans – bei jedem Wetter. Das war unglaublich bewegend. Für mich ist die Hymne Aserbaidschans eines der stärksten und vollkommensten Werke, die der Heimat gewidmet sind“, sagte Irina Eldarowa.
Mit Blick auf ihre berufliche Tätigkeit berichtete sie über die langjährige Zusammenarbeit mit dem Nationalen Kunstmuseum Aserbaidschans und über ihre Arbeit an einer großen Buchreihe, die den Künstlerinnen und Künstlern des Landes gewidmet ist.
„Ich habe mehr als 38 Bücher gemacht und war überzeugt, dass ich die aserbaidschanische Kunst gut kenne. Doch im Laufe dieser Arbeit ist dieses Wissen noch einmal viel tiefer geworden. Die aserbaidschanische Kunstschule ist kraftvoll, eigenständig und reich an leuchtenden Persönlichkeiten“, betonte die Künstlerin.
Ein weiterer Schwerpunkt der Sendung war die internationale kulturelle Präsenz Aserbaidschans. Irina Eldarowa erinnerte an die Teilnahme an der Biennale von Venedig, bei der der aserbaidschanische Pavillon laut Umfragen der Fachpresse zu den zehn meistbesuchten Pavillons unter mehr als 170 Ländern gehörte.
„Unser Pavillon stieß auf großes Interesse. Während der sechs Monate der Ausstellung haben wir sehr viele warme Rückmeldungen erhalten. Menschen aus aller Welt entdeckten Aserbaidschan durch die Kunst für sich“, sagte sie.
Im Kontext der Nachkriegswirklichkeit hob die Künstlerin die besondere Mission der Kulturschaffenden hervor.
„Künstler geben dem Prozess des friedlichen Zusammenlebens faktisch den Ton an. Wenn sie im Ausland ausstellen, repräsentieren sie nicht nur die Kultur ihres Landes, sondern tragen auch die Werte des Friedens, der Güte und des schöpferischen Aufbaus weiter“, sagte Irina Eldarowa.
Zum Abschluss erklärte sie, dass sie allen Frieden wünsche – jedem Menschen, jeder Familie, jedem Land.
„Wenn die Menschheit weniger Krieg führen und mehr erschaffen würde, sähe die Welt völlig anders aus“, betonte die Künstlerin.
Die Sendung „Dialog mit Tofik Abbasow“ bleibt eine der führenden Expertenplattformen, auf denen Fragen von Kultur, Identität und gesellschaftlicher Entwicklung im Kontext der nationalen Interessen Aserbaidschans diskutiert werden.



