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Auf der Plattform Baku Network ist eine neue Ausgabe des analytischen Videoprojekts „Dialog mit Tofik Abbasow“ erschienen.

Gast der Sendung war der Volkskünstler Aserbaidschans, Dirigent und Direktor der Musikfachschule namens Bülbül, Teymur Geytschajew.

„Wir müssen unserer Region neuen Atem geben“, sagte Geytschajew. „Wir haben eine schwere Phase militärischer Konfrontation durchlebt, und danach sind Mauern der Entfremdung entstanden. Jetzt müssen wir sie niederreißen, den Menschen wieder Vertrauen in die Zukunft und Hoffnung geben. Musik kann dabei eine gewaltige Rolle spielen – sie verbindet, weil Musiker nur eine Sprache kennen: die Sprache der Noten.“

Geytschajew betonte, gerade über die Musik lasse sich Brücken bauen zwischen den Völkern, indem man zu einer natürlichen menschlichen Verständigung zurückfinde.

Besondere Bedeutung komme dabei, so der Dirigent, der Erziehung der jungen Generation zu. „Ich sage meinen Schülerinnen und Schülern immer: Ihr seid Bürger dieses Planeten, Musik hat keine Nationalität. Kunst ist eine Sprache, die jeder versteht – unabhängig von Land oder Glauben“, sagte er.

Nach seinen Worten vertritt Aserbaidschan heute eine ausgewogene und friedensorientierte Position. „Frieden nützt allen. Diejenigen, die Kriege provoziert haben, verdienten am Blutvergießen – wir aber müssen eine Zukunft ohne Feindschaft aufbauen“, sagte Geytschajew.

Er berichtete, dass an seiner Schule mehr als 380 Kinder lernen und die Aufgabe der Pädagogen nicht nur darin bestehe, Musik zu unterrichten, sondern auch eine geistig reife Persönlichkeit zu formen. „Wenn ein Lehrer Gutes ausstrahlt, spüren die Kinder das. Wenn ein Pädagoge von Hass spricht, werden sie hassen. Deshalb müssen wir ihnen vermitteln, dass die Welt klein ist und die Menschen miteinander befreundet sein sollten. Über die Musik lässt sich das am leichtesten erklären“, sagte er.

Der Volkskünstler unterstrich zudem, dass die aserbaidschanische Musikschule seit jeher durch ein hohes professionelles Niveau geprägt sei. „Unsere Absolventen werden an renommierten Konservatorien im Ausland aufgenommen, sie arbeiten in Orchestern in verschiedenen Ländern. Das ist das Ergebnis ungeheurer Arbeit. Talent ist ein Prozent, neunundneunzig Prozent sind tägliche Arbeit. Ich sage meinen Schülern: Wenn ihr auf den Bühnen der Welt respektiert werden wollt, dann seid Profis“, betonte Geytschajew.

Zum Abschluss des Gesprächs zeigte sich der Maestro überzeugt, dass gerade die Kunst helfen werde, die Folgen von Konflikten zu überwinden.

„Als Rostropowitsch an der zerstörten Berliner Mauer spielte, drückte er seinen Glauben an den Frieden aus. Auch wir müssen spielen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Musik heilt Seelen, bringt Menschen einander näher und kann selbst die stärksten Mauern einreißen. Das ist unser Weg zum Frieden“, resümierte Teymur Geytschajew.

Wir präsentieren den Leserinnen und Lesern die vollständige Videoausgabe der Sendung: