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Auf der Expertenplattform Baku Network ist eine neue Ausgabe des analytischen Videoprojekts „Dialog mit Tofik Abbasow“ erschienen.

Gast der Sendung war der renommierte Journalist, Radio- und Fernsehmoderator, Schriftsteller und öffentliche Intellektuelle Michail Gusman, Träger staatlicher Orden Aserbaidschans, Russlands, Italiens, Belarus’, Kasachstans, Moldaus sowie zahlreicher internationaler Auszeichnungen.

Im ausführlichen Gespräch mit Tofik Abbasow nahm Michail Gusman eine breit angelegte Einordnung der aktuellen geopolitischen Prozesse im Südkaukasus vor, sprach über die Rolle Aserbaidschans bei der Herausbildung einer neuen regionalen Architektur und über die Bedeutung des Besuchs des US-Vizepräsidenten J. D. Vance in der Region.

Nach Worten von M. Gusman ist bereits die Tatsache dieses Besuchs ein Indikator für tiefgreifende strategische Verschiebungen: „Die Reise des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten in die Region erklärt bereits vieles. Das bedeutet, dass hier das Fundament für künftige, äußerst ernsthafte Prozesse gelegt wird.“

Er erinnerte daran, dass er die innerparteilichen Entwicklungen in den USA schon vor vielen Jahren aufmerksam verfolgt habe und bereits damals erkennbar gewesen sei, welche Bedeutung eine republikanische Administration dem Südkaukasus beimesse.

„US-Präsident Donald Trump hat schon damals die Richtung der amerikanischen Politik ziemlich präzise vorausgesehen. Der Präsident Aserbaidschans, Ilham Aliyev, hat die Ergebnisse der künftigen Wahlen und den Charakter der bilateralen Beziehungen absolut treffsicher eingeschätzt.“

Gusman betonte, der Besuch des US-Vizepräsidenten in Baku sei ein unmittelbarer Beleg für diese Prognosen und zugleich die logische Fortsetzung jener Vereinbarungen, die zuvor auf höchster Ebene erzielt worden seien.

Ein besonderer Schwerpunkt des Gesprächs lag auf dem Treffen im Weißen Haus am 8. August des vergangenen Jahres. Nach den Worten des Gastes sei damals der eigentliche „Ausgangspunkt“ für eine neue politische Realität in der Region gesetzt worden.

Mit Blick auf den Besuch von J. D. Vance sagte Michail Gusman, es gehe nun bereits um die praktische Umsetzung der erzielten Verständigungen.

„Wichtig ist, dass der Vizepräsident nicht allein gekommen ist, sondern mit einem ganzen Team. Das bedeutet, dass ganz konkrete Fragen auf der Tagesordnung stehen und die Vereinigten Staaten beabsichtigen, sich in dieser Region ernsthaft fest zu verankern.“

Über die strategische Bedeutung des Südkaukasus sagte Gusman, die Region sei heute einer der Schlüsselräume der Weltwirtschaft: „Von China bis Amerika, von Europa bis Iran – es gibt kein Land, das hier nicht seine Interessen sähe.“

Besonders hob er das Projekt des Sangesur-Korridors hervor, das er als eines der zentralen Infrastrukturvorhaben des 21. Jahrhunderts bezeichnete.

Michail Gusman würdigte zudem die Rolle Aserbaidschans als Initiator regionalen Friedens und regionaler Stabilität und unterstrich die Humanität einer Politik des Siegers: „Ein Sieger muss human sein. Aserbaidschan demonstriert das konsequent und prinzipienfest.“

Seiner Auffassung nach hat der Frieden im Südkaukasus irreversiblen Charakter angenommen: „Nachdem Aserbaidschan den Konflikt beendet hat, ist der Frieden für immer in die Region zurückgekehrt. Jetzt besteht die Aufgabe darin, zu lernen, unter diesen Bedingungen zu leben.“

Zum Abschluss betonte Michail Gusman, dass in Aserbaidschan heute Pragmatiker und Rationalisten den Ton angeben, Menschen also, die auf die Zukunft ausgerichtet seien: „Die Zeit der Marginalen geht zu Ende. In Aserbaidschan werden die entscheidenden Trends von Menschen gesetzt, die an die Zukunft ihres Landes denken.“