In Astana sprachen die Innenminister der Organisation der Turkstaaten über gemeinsame Abfertigungskorridore an Flughäfen und über ein eigenes Türkpol. Hinter dem nüchternen Protokoll verbirgt sich jedoch eine wesentlich brisantere Frage: Sind fünf Staaten bereit, einander Zugang zu ihren polizeilichen Datenbanken zu gewähren?
Am 10. September 2026 trat der türkische Innenminister Mustafa Çiftçi nach einem Treffen in Astana vor die Presse, dessen offizielle Mitteilung problemlos auf eine Postkarte gepasst hätte. Es war das dritte Treffen der Innenminister der Organisation der Turkstaaten. Gastgeber und Vorsitzender war der kasachische Innenminister Jerschan Sadenow, Aserbaidschan wurde durch Innenminister Vilayat Eyvazov vertreten, und vor Beginn der Sitzung wurden die Delegationen vom kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew empfangen. Gewöhnliches diplomatisches Protokoll. Der türkische Minister begann mit einem Rückgriff auf die Geschichte: Er erinnerte an das Denkmal für Kül-Tegin, das vor rund dreizehn Jahrhunderten in der Steppe errichtet wurde, und an die dort eingemeisselte Formel über einen Herrscher, der nachts nicht schlief und tagsüber nicht ruhte. Danach wandte er sich deutlich bodenständigeren und wesentlich interessanteren Dingen zu.
Çiftçi zufolge arbeiten die fünf Staaten weiter an gemeinsamen beziehungsweise eigens ausgewiesenen Passkontrollstellen für Bürger der Turkstaaten an Flughäfen, prüfen die europäischen Erfahrungen und beraten über eine Ausweitung von Reisen mit nationalen Identitätskarten. Als Vorbild nannte der Minister die bereits bestehenden Regelungen zwischen der Türkei und Aserbaidschan sowie zwischen der Türkei und Nordzypern. Die zweite Nachricht war noch gewichtiger. Çiftçi formulierte sie so: So wie es Interpol und Europol gebe, habe er die Einrichtung einer vergleichbaren Organisation namens Türkpol vorgeschlagen. Seine Kollegen aus Kasachstan, Aserbaidschan, Kirgisistan und Usbekistan hätten die Idee positiv aufgenommen.
Zunächst zur Quellenlage. All diese Einzelheiten stammen aus den Presseäusserungen eines einzigen Ministers und nicht aus einem gemeinsamen Dokument der fünf Staaten. Eine interessierte Seite sagt gewöhnlich mehr, als ihre Partner zu unterschreiben bereit sind. Deshalb verstehe ich die türkische Darstellung als Initiative und nicht als bereits gefassten Beschluss. Allerdings ist diese Initiative durchaus konkret: Die künftige Struktur hat bereits einen Namen, und für die erste technische Sitzung zum Text ihres Gründungsabkommens gibt es bereits ein Datum. Solche Einzelheiten entstehen in der Diplomatie nur selten aus dem Stegreif.
Ein turkisches Schengen gibt es bislang nicht. Doch erstmals liegen die Baupläne für sein Fundament auf dem Tisch.
180 Millionen: die Zahl, hinter der sich Ungarn verbirgt
Beginnen wir mit der Arithmetik, denn gerade um sie ist bereits einige Verwirrung entstanden.
Nach dem jüngsten Wirtschaftsbericht, den die Organisation der Turkstaaten gemeinsam mit dem aserbaidschanischen Zentrum für Analyse wirtschaftlicher Reformen und Kommunikation erstellt hat, beträgt die Gesamtbevölkerung der darin erfassten Staaten des turkischen Raums 178,8 Millionen Menschen. Diese Zahl wird gerne zu „fast 180 Millionen Turkvölkern“ aufgerundet. Hier ist jedoch eine Korrektur notwendig. Vollmitglieder der Organisation sind fünf Staaten: Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, die Türkei und Usbekistan. Beobachterstatus besitzen Ungarn, Turkmenistan und die Türkische Republik Nordzypern sowie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Addiert man nur die Angaben der nationalen Statistikämter der fünf Vollmitglieder, kommt man auf rund 160 Millionen Menschen, von denen mehr als die Hälfte in der Türkei lebt. Der Rest entfällt auf die Beobachter, vor allem auf Ungarn mit seinen knapp zehn Millionen Bürgern der Europäischen Union.
Dieser Unterschied ist grundlegend. Jedes künftige System des freien Personenverkehrs würde für 160 Millionen Menschen geschaffen und nicht für 180 Millionen. Zudem kann sich eines der Länder, das formal zum „turkischen Raum“ gerechnet wird, aus rechtlichen Gründen überhaupt nicht anschliessen. Ungarn gehört zum Schengen-Raum und ist verpflichtet, die gemeinsame europäische Visumpolitik anzuwenden. Budapest kann Erfahrungen weitergeben, doch ein gemeinsamer Korridor für Bürger der Organisation der Turkstaaten an einem ungarischen Flughafen wäre rechtlich nicht möglich.
Bei der Wirtschaft ist das Bild ähnlich: Die Zahlen beeindrucken, solange man ihre Struktur nicht genauer betrachtet. Für das erste Quartal 2026 wurde das gemeinsame Bruttoinlandsprodukt der in dem Bericht erfassten Länder auf 673,6 Milliarden Dollar beziehungsweise rund 2,34 Prozent der Weltwirtschaft geschätzt. Für Januar bis September 2025 bezifferte eine andere Untersuchung das nominale Bruttoinlandsprodukt der dort berücksichtigten Staaten auf etwa 1,79 Billionen Dollar und ihren Aussenhandelsumsatz auf ungefähr 958,5 Milliarden Dollar. Das durchschnittliche Wachstum lag bei rund sechs Prozent gegenüber etwa drei Prozent in der Weltwirtschaft. Beide Schätzungen beruhen auf unterschiedlichen Ländergruppen und verschiedenen Zeiträumen und lassen sich deshalb nicht unmittelbar miteinander vergleichen. In einem Punkt stimmen sie jedoch überein: Es handelt sich um einen Wirtschaftsraum von der Grössenordnung einer grossen europäischen Volkswirtschaft, der zugleich etwa doppelt so schnell wächst wie die Weltwirtschaft im Durchschnitt.
Eine andere Zahl ist noch aufschlussreicher. Im Jahr 2024 erreichte der Handel unmittelbar zwischen den Mitgliedstaaten 38,3 Milliarden Dollar und stieg damit innerhalb eines Jahres um rund 24 Prozent. Nach Angaben der Führung der Organisation macht der gegenseitige Handel lediglich etwa sieben Prozent des gesamten Aussenhandels der Staaten der Organisation der Turkstaaten aus. Vor einigen Jahren lag dieser Anteil noch bei ungefähr drei Prozent. Er hat sich also verdoppelt, allerdings von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau. Zum Vergleich: Innerhalb der Europäischen Union entfallen rund 60 Prozent des Warenhandels ihrer Mitglieder auf den Binnenhandel.
Hier liegt der wirtschaftliche Sinn der gesamten Passdebatte. Grenze bedeutet Zeit, und Zeit kostet Geld. Eine zusätzliche Stunde in einer Warteschlange oder unklare Meldevorschriften verteuern jede Geschäftsreise und jeden Studentenaustausch. Für den Güterverkehr haben die fünf Staaten früher begonnen, dieses Problem anzugehen: 2022 wurde eine Strategie zur Förderung des Handels verabschiedet, dazu ein entsprechender Ausschuss eingerichtet und ein Projekt für einen vereinfachten Zollkorridor gestartet. Im Januar 2025 wurden in Baku ein Plan zur Einführung eines elektronischen Systems für den internationalen Strassengüterverkehr sowie technische Bedingungen für den Datenaustausch im Rahmen des Abkommens über den vereinfachten Zollkorridor beschlossen. Der Güterverkehr erhält seine Integrationsinfrastruktur bereits. Nun sind die Menschen an der Reihe.
Schengen ist keineswegs nur ein besonderer Schalter am Flughafen
Hier ist es wichtig, nicht der verführerischen Vereinfachung zu erliegen, der viele Schlagzeilen verfallen.
Ein echter Schengen-Raum bedeutet, dass an den Binnengrenzen seiner Teilnehmer keine regulären Grenzkontrollen mehr stattfinden. Eine beschleunigte Kontrolle hat damit nichts zu tun. Heute gehören dem Raum 29 Staaten an: 25 Mitglieder der Europäischen Union sowie Norwegen, Island, die Schweiz und Liechtenstein. Bulgarien und Rumänien hoben zunächst am 31. März 2024 die Kontrollen an ihren Luft- und Seegrenzen auf und traten dem Raum am 1. Januar 2025 vollständig bei. Innerhalb dieses Gebiets bewegen sich mehr als 450 Millionen Menschen ohne gewöhnliche Passkontrollen.
Die Freiheit im Inneren wird durch ein ausserordentlich aufwendiges Sicherheitssystem an den Aussengrenzen erkauft. Alle 29 Staaten wenden einheitliche Regeln für Kurzzeitvisa an, darunter die bekannte Vorschrift von höchstens 90 Tagen Aufenthalt innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen. Das Schengener Informationssystem ist der grösste europäische Mechanismus für den Datenaustausch zwischen Grenzschutz, Polizei, Zoll, Migrationsbehörden und Gerichten. Es enthält Angaben über gesuchte und vermisste Personen sowie über gestohlene Dokumente und Fahrzeuge. Seit dem 10. April 2026 ist das elektronische Einreise- und Ausreisesystem vollständig in Betrieb. Es erfasst Grenzübertritte von Drittstaatsangehörigen an den Aussengrenzen zusammen mit Gesichtsbildern und Fingerabdrücken. Bis Juli 2026 wurden dort mehr als 145 Millionen Grenzübertritte registriert. Daneben bestehen das Visa-Informationssystem und die europäische Fingerabdruckdatenbank Eurodac. Diese Datenbestände werden schrittweise zu einer einheitlichen digitalen Infrastruktur verbunden. Als nächste Ebene plant Brüssel ein elektronisches europäisches Reiseinformations- und Reisegenehmigungssystem.
Schengen beginnt in dem Augenblick, in dem Staat A bereit ist, sich darauf zu verlassen, wie Staat B eine Person an seiner Aussengrenze überprüft hat. Das Schild am Flughafen ist dabei zweitrangig.
Bezeichnend ist, wie lange Europa für diesen Weg gebraucht hat. Das ursprüngliche Abkommen wurde 1985 von fünf Staaten im luxemburgischen Ort Schengen unterzeichnet. Das Übereinkommen zu seiner Durchführung folgte 1990, und tatsächlich verschwanden die Kontrollen zwischen den ersten Teilnehmern erst 1995. Zehn Jahre zwischen Unterschrift und leeren Kontrollhäuschen.
Es gab auch einen älteren Präzedenzfall, an den seltener erinnert wird. Die nordischen Staaten schafften bereits 1952 die Passpflicht für gegenseitige Reisen ab und beseitigten 1957 und 1958 die Passkontrollen an den Binnengrenzen des Nordischen Passverbunds. Dänemark, Norwegen, Finnland und Schweden kamen ohne überstaatliche Datenbanken aus: Die Gesellschaften waren vergleichsweise klein, und das gegenseitige Vertrauen zwischen den Polizeibehörden war aussergewöhnlich hoch. Die turkische Welt befindet sich in der entgegengesetzten Lage. Die Rechtssysteme der fünf Staaten unterscheiden sich erheblich, und in unmittelbarer Nachbarschaft liegen Afghanistan, Irak, Iran und Syrien. Der skandinavische Weg steht ihnen daher nicht offen. Es bleibt der europäische Weg, also ein langer und kostspieliger Prozess.
Baku und Ankara reisen längst ohne Reisepässe. Warum die anderen nicht
Der Vorteil der Organisation der Turkstaaten besteht darin, dass sie nicht bei null beginnen muss.
Seit dem 1. April 2021 können Bürger Aserbaidschans und der Türkei bei direkten Reisen zwischen beiden Ländern Personalausweise der neuen Generation anstelle eines Reisepasses verwenden. Das entsprechende Protokoll wurde am 10. Dezember 2020 unterzeichnet, einen Monat nach dem Ende des Zweiten Karabachkrieges, und diese zeitliche Abfolge dürfte kaum zufällig sein. Die im Juni 2021 unterzeichnete Schuscha-Erklärung über die Bündnisbeziehungen gab dem politischen Rahmen, den die Grenzbehörden beider Staaten zu diesem Zeitpunkt bereits technisch umsetzten, eine feste Grundlage.
Aserbaidschan unterhält mit allen vier Partnerstaaten der Organisation einen visumfreien Reiseverkehr. Bürger Kasachstans, Kirgisistans, Usbekistans und der Türkei dürfen sich bis zu 90 Tage in Aserbaidschan aufhalten. Zwischen Kasachstan und Kirgisistan gilt ebenfalls Visumfreiheit mit einem Aufenthaltsrecht von bis zu 90 Tagen innerhalb jedes Zeitraums von 180 Tagen, wobei auch der Personalausweis zu den anerkannten Reisedokumenten gehört.
Visa sind also längst nicht mehr das Hauptproblem. Das eigentliche Problem liegt eine Ebene tiefer: Dokumentenformate, Meldeverfahren, Vorschriften zur Erfassung ausländischer Staatsangehöriger, Speicherfristen und Protokolle für den Datenaustausch unterscheiden sich. Alle fünf Staaten sind in den vergangenen Jahren auf elektronische Personalausweise mit Chip umgestiegen oder befinden sich in diesem Prozess. Eine gegenseitige technische Kompatibilität dieser Standards wurde bislang jedoch öffentlich nicht bestätigt.
Südamerika bietet ein nützliches Beispiel. Bürger der Mitgliedstaaten des südamerikanischen Gemeinsamen Marktes können die Grenzen der jeweils anderen Staaten seit Langem mit ihren nationalen Identitätskarten überschreiten. Das Aufenthaltsabkommen von 2002 erleichterte ihnen zudem den Umzug für Arbeit und Studium. Die Passkontrollen wurden dort trotzdem nicht abgeschafft. Das Modell „Kontrolle bleibt bestehen, Reisepass ist nicht erforderlich“ erscheint für die Organisation der Turkstaaten als die natürlichste Zwischenstufe.
In der Praxis könnte das so aussehen. Ein Bürger Aserbaidschans landet in Istanbul, Astana, Bischkek oder Taschkent und benutzt statt der allgemeinen Warteschlange für Ausländer einen gesonderten Korridor für Bürger der Organisation der Turkstaaten. Kontrolle und nationale Migrationspolitik bleiben vollständig bestehen. Verändert wird lediglich die Geschwindigkeit. Die nächste Stufe wären automatische elektronische Kontrollschleusen: Ein Lesegerät erfasst den Personalausweis oder biometrischen Reisepass, eine Kamera vergleicht das Gesicht mit dem im Chip gespeicherten Muster, das System überprüft die Gültigkeit des Dokuments und sendet gleichzeitig Anfragen an nationale und abgestimmte zwischenstaatliche Datenbanken. Liegt kein Einreiseverbot vor, kann der Passagier innerhalb weniger Sekunden passieren.
Ein Lesegerät zu kaufen ist nicht schwierig. Die eigentliche Schwierigkeit liegt in den Daten.
Damit ein aserbaidschanischer Grenzbeamter einen kasachischen Personalausweis als vollwertiges Reisedokument akzeptiert, muss sein System in Echtzeit vier Dinge feststellen können: Das Dokument ist echt, es ist gültig, es wurde nicht als gestohlen gemeldet, und die Person, die es vorzeigt, ist tatsächlich sein rechtmässiger Inhaber. Genau dieselben Garantien braucht die Türkei für usbekische Dokumente und Usbekistan für kirgisische. Dafür sind kompatible biometrische Standards und geschützte Kommunikationskanäle erforderlich, über die Listen verlorener oder gestohlener Dokumente in Echtzeit aktualisiert werden. Technisch ist all das längst erprobt. Politisch bislang nicht.
Türkpol: Die Polizei ist dem Grenzschutz einen Schritt voraus
Das Interessanteste, was in Astana zur Sprache kam, betrifft nicht die Flughäfen, sondern die Polizei.
Die Idee eines Türkpol entstand aus einem weniger auffälligen Projekt, dem Rat der Organisation der Turkstaaten zur Bekämpfung der Kriminalität. Die erste technische Sitzung zum Text seines Gründungsabkommens fand am 14. Juli 2026 im Fernformat statt. Bereits im November 2025 war die Plattform der Polizeiakademien der Turkstaaten gegründet worden, die gemeinsame Ausbildungsstandards entwickeln soll. Beim Treffen in Astana schlug Çiftçi die nächste Stufe vor: die Gründung einer vollwertigen Behörde für die internationale Zusammenarbeit der Strafverfolgungsorgane auf Grundlage eines zwischenstaatlichen Vertrags und nach dem Vorbild von Europol. Die Tagesordnung beschrieb er ausführlich: grenzüberschreitende Kriminalität, kriminelle Organisationen neuer Generation, Terrorismus, Drogenhandel, illegale Migration sowie unerlaubte Wetten und Glücksspiele. Bei früheren Ministertreffen waren ausserdem Menschenhandel, Schleusung von Migranten und Internetkriminalität erörtert worden.
Der türkische Minister untermauerte seinen Vorschlag mit eigenen Statistiken. Seinen Angaben zufolge führte die türkische Polizei im Jahr 2026 insgesamt 1.568 Einsätze gegen 557 organisierte kriminelle Gruppierungen durch, von denen 18 international tätig gewesen seien, sperrte 58.247 Internetseiten für illegale Wetten und brachte 657 international gesuchte Personen in das Land zurück. Diese Zahlen stammen von der Behörde selbst und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Ihre politische Botschaft ist jedoch offensichtlich: Ankara signalisiert den Partnern, dass es über erhebliche Ressourcen verfügt und bereit ist, sie zu teilen, erwartet im Gegenzug aber Unterstützung bei der Suche und Auslieferung eigener gesuchter Personen.
Die Verbindung von Bewegungsfreiheit und polizeilicher Integration folgt unmittelbar der europäischen Logik. Wenn ein deutscher Grenzbeamter nicht mehr jeden Reisenden kontrolliert, der aus Frankreich kommt, benötigen die Polizeibehörden beider Länder einen anderen Weg, um festzustellen, wer die Grenze überschritten hat. Diese ausgleichende Funktion übernimmt das Schengener Informationssystem. Einen beschleunigten Korridor kann man auch ohne gemeinsame Datenbank einrichten. Reisen mit Personalausweisen lassen sich ebenfalls ohne sie ermöglichen. Die Grenzkontrolle vollständig abzuschaffen, ohne eine solche gemeinsame Datenbasis zu schaffen, ist dagegen unmöglich.
Daraus ergeben sich Fragen, die die fünf Staaten lange vor dem Verschwinden der Warteschlangen klären müssen. Einer Person ist die Einreise in einen Staat der Organisation verboten, in einen anderen jedoch nicht: Welches Verbot gilt dann im gemeinsamen Korridor? Wer darf Einträge in das gemeinsame System vornehmen, wer korrigiert Fehler, wie lange werden Daten gespeichert und welche Behörden erhalten Zugriff? Europa brauchte drei Jahrzehnte, um darauf Antworten zu finden, und schuf dafür ein eigenständiges Datenschutzrecht. Bei Interpol erfüllt eine besondere Kommission zur Kontrolle der Dateien eine vergleichbare Funktion. An sie kann sich jeder wenden, der einen Eintrag über seine Person für politisch motiviert hält. In der Organisation der Turkstaaten existiert bislang nichts Vergleichbares. Türkpol wird deshalb nur in dem Masse funktionsfähig sein, in dem die Partner darauf vertrauen können, dass die gemeinsame Datenbank nicht zum Werkzeug der Innenpolitik eines einzelnen Mitgliedstaates wird.
Hier liegt der sensibelste Knotenpunkt des gesamten Projekts. Ein Lesegerät kann man innerhalb eines halben Jahres an einem Flughafen aufstellen. Vertrauen in die Fahndungslisten eines anderen Staates entsteht dagegen erst über Jahre.
Wer in Moskau, Brüssel und Peking nervös werden dürfte
Jede Form der Integration in Eurasien wird sofort von den Nachbarn aufmerksam beobachtet. Die turkische Integration bildet keine Ausnahme.
Moskau betrachtet das Projekt in erster Linie durch das Prisma der Eurasischen Wirtschaftsunion. Kasachstan und Kirgisistan gehören ihr an, Aserbaidschan, die Türkei und Usbekistan dagegen nicht. Selbst innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion ist die Passkontrolle zwischen Kasachstan und Kirgisistan nicht verschwunden: Bürger reisen weiterhin über offizielle Grenzübergänge ein, und die Aufenthaltsdauer wird durch nationale Migrationsvorschriften geregelt. Ein gemeinsamer Grenzstandard der Organisation der Turkstaaten würde für Astana und Bischkek somit eine zweite Ebene von Verpflichtungen schaffen, die sich mit der ersten überschneidet. Nach dem Terroranschlag auf die Konzerthalle Crocus City Hall am 22. März 2024 verschärfte Russland sein Migrationsregime erheblich, woraufhin Arbeitsmigranten aus Zentralasien begannen, sich stärker nach anderen Arbeitsmärkten umzusehen, darunter die Türkei. Eine Vereinfachung des Reiseverkehrs zwischen Taschkent, Bischkek und Istanbul verstärkt diese Neuorientierung objektiv. Im Kreml ist man sich dessen bewusst, und die kasachische Diplomatie, die für ihre vorsichtige Mehrvektorenpolitik bekannt ist, wird jeden weiteren Schritt sorgfältig dosieren.
Brüssel betrachtet die Entwicklung aus einem anderen Blickwinkel. Im Dezember 2013 eröffneten die Türkei und die Europäische Union einen Dialog über Visaliberalisierung und unterzeichneten gleichzeitig ein Rückübernahmeabkommen. Der entsprechende Fahrplan enthielt 72 Kriterien, darunter eine schrittweise Annäherung der türkischen Visumpolitik an die europäische. Der Prozess steckt seit mehr als einem Jahrzehnt fest, und die Beitrittsverhandlungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union sind faktisch eingefroren. Vor diesem Hintergrund baut Ankara im Osten einen alternativen Mobilitätsraum auf, in dem es keine von aussen gesetzten Bedingungen erfüllen muss. Genau darin sehe ich das unausgesprochene Motiv der türkischen Initiative: Ankara will zeigen, dass die Türkei über einen eigenen Anziehungsraum verfügt, in dem sie selbst Standards setzt, statt fremde zu übernehmen.
Peking bewertet alles, was die Turkvölker betrifft, durch das Prisma Xinjiangs. Uigurische Gemeinschaften gibt es sowohl in der Türkei als auch in Kasachstan. Eine gemeinsame Polizeidatenbank der Organisation der Turkstaaten wird zwangsläufig die Frage aufwerfen, wie die Partner mit Ersuchen umgehen, die diese Gemeinschaften betreffen. Die zentralasiatischen Hauptstädte, die von chinesischen Investitionen und Transitwegen abhängig sind, werden bemüht sein, dieses Thema nicht zuzuspitzen. Eine entsprechende Verständigung dürfte kaum öffentlich erfolgen.
Die zyprische Mine unter dem gemeinsamen Korridor
Çiftçi nannte Nordzypern als Beispiel. Genau hier stösst das Projekt jedoch auf ein Problem, das Ankara lieber nicht in den Vordergrund rückt.
Die Türkische Republik Nordzypern erhielt auf dem Gipfeltreffen von Samarkand im November 2022 Beobachterstatus in der Organisation der Turkstaaten. Anerkannt wird sie ausschliesslich von der Türkei. Die übrigen vier Mitglieder der Organisation haben sie nicht anerkannt. Beim ersten Gipfeltreffen zwischen der Europäischen Union und Zentralasien im April 2025 in Samarkand unterzeichneten die zentralasiatischen Staatschefs zudem eine Erklärung, in der auf die Resolutionen 541 und 550 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen verwiesen wurde, die die Ausrufung eines nordzyprischen Staates verurteilen. Ankara reagierte gereizt.
Das Reisen mit Personalausweisen zwischen der Türkei und Nordzypern funktioniert deshalb, weil die Türkei Nordzypern als Staat betrachtet. Würden Kasachstan oder Usbekistan Dokumente nordzyprischer Behörden an ihren Grenzen anerkennen, wäre dies ein Schritt in Richtung politischer Anerkennung. Dazu werden sie nicht bereit sein, solange sie ihre Beziehungen zur Europäischen Union wertschätzen. Daraus folgt: Ein künftiges Reisesystem der Organisation der Turkstaaten wird sich, sofern es überhaupt entsteht, auf die Bürger der fünf Vollmitgliedstaaten beschränken. Die Beobachter werden ausserhalb bleiben. Ungarn wird durch den Schengen-Raum gebunden sein, Nordzypern durch seine fehlende internationale Anerkennung. Turkmenistan wiederum dürfte selbst kaum bereit sein, eines der restriktivsten Visasysteme der Welt aufzugeben. Hart formuliert, aber realistisch.
Warum Baku am Flughafen beginnt und nicht an der Schranke
Für Aserbaidschan besitzt die in Astana diskutierte Tagesordnung besondere und vor allem pragmatische Bedeutung.
Baku liegt zwischen den beiden grössten Teilen der turkischen Welt. Die Türkei ist von Zentralasien durch den Südkaukasus und das Kaspische Meer getrennt, während die gemeinsame Landgrenze Aserbaidschans mit der Türkei nur aus einem kurzen Abschnitt in Nachitschewan besteht. Die am 8. August 2025 in Washington vereinbarte Route durch Sangesur soll das aserbaidschanische Kerngebiet endlich mit Nachitschewan und damit mit der Türkei verbinden. Der Mittlere Korridor folgt derselben geografischen Achse: China, Zentralasien, das Kaspische Meer, Aserbaidschan, Georgien, die Türkei und Europa. Wenn Eisenbahnen, Häfen, Zollverfahren und Frachtdokumente integriert werden, kann der Passagier nicht dauerhaft das letzte Element eines alten Systems bleiben.
Das aserbaidschanische Modell besitzt eine Besonderheit, die man offen benennen sollte. Seit 2020 sind die Landgrenzen des Landes für den Personenverkehr geschlossen, und diese Regelung wurde mehrfach verlängert. Die erste Ausnahme war die Vereinbarung über die Wiederaufnahme einer täglichen Personenzugverbindung zwischen Baku und Tiflis ab dem 26. Mai 2026, erstmals seit nahezu sechs Jahren. Die Logik des offiziellen Baku erläuterte der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev am 14. Februar 2024 bei seiner Amtseinführung: Die Grenze müsse so zuverlässig geschlossen sein, „dass selbst kein Vogel hindurchfliegen kann“, während ideologische Risiken seinen Worten zufolge „keine Grenzen kennen“.
Kritiker erkennen darin einen Widerspruch zu den Gesprächen über ein turkisches Schengen. Ich sehe darin vielmehr Konsequenz. Aserbaidschan, das dreissig Jahre Besatzung und den Krieg von 2020 erlebt hat, organisiert Offenheit nach dem Prinzip eines Filters: zuerst Kontrolle, dann Geschwindigkeit. Der Flughafen ist für dieses Modell der ideale Ort. Jeder Passagier wird biometrisch überprüft, und über seine Einreise wird entschieden, bevor er das Staatsgebiet tatsächlich betritt. Ein besonderer Korridor für Bürger der Organisation der Turkstaaten am Heydar-Aliyev-Flughafen in Baku widerspricht deshalb nicht dem Kurs eines rigorosen Grenzschutzes, sondern setzt ihn fort. Geöffnet wird genau jene Tür, über die der Staat vollständige Kontrolle besitzt.
Aserbaidschan verfügt zudem über praktische Vorteile. Das Land hat Reisen mit Personalausweisen innerhalb der Organisation früher als alle anderen erprobt. Es unterhält mit sämtlichen Partnerstaaten einen visumfreien Reiseverkehr. Der Flughafen von Baku ist ein Verkehrsknotenpunkt zwischen der Türkei, dem Kaukasus und Zentralasien mit Direktverbindungen zu den zentralasiatischen Hauptstädten und den grössten türkischen Städten. Das zweite Treffen der Innenminister der Organisation der Turkstaaten fand gerade in Baku statt, und Çiftçi bezeichnete es in Astana ausdrücklich als Ausgangspunkt der gegenwärtigen Phase. Sollte irgendwo ein Pilotprojekt für einen gemeinsamen Korridor beginnen, dürfte dies nach meiner Einschätzung auf der Strecke Baku–Istanbul geschehen, weil dort die rechtliche Grundlage bereits besteht.
Fünf Stufen bis zu einer unsichtbaren Grenze
Meine Generation erinnert sich an den umgekehrten Prozess. Anfang der 1990er Jahre entstanden zwischen Baku, Alma-Ata und Taschkent innerhalb weniger Monate Grenzen, die zuvor nicht existiert hatten. In den ersten Jahren wusste kaum jemand genau, wo und mit welchen Dokumenten man sie überqueren durfte. Barrieren abzubauen dauert immer länger, als sie zu errichten.
Eine realistische Abfolge für die Organisation der Turkstaaten könnte folgendermassen aussehen. Zunächst entstehen an den grossen Flughäfen eigens ausgewiesene Korridore nach einem einheitlichen Standard. Danach folgt die gegenseitige Anerkennung nationaler elektronischer Personalausweise in allen fünf Staaten, also die Übertragung des aserbaidschanisch-türkischen Modells auf die übrigen zehn bilateralen Beziehungen. Anschliessend müssten die Regeln für kurzfristige Aufenthalte sowie für die Vorabübermittlung von Passagierdaten vereinheitlicht werden. Als vierter Schritt käme eine gemeinsame Datenbank für verlorene und gestohlene Dokumente, Einreiseverbote und gesuchte Personen hinzu, die unter Aufsicht von Türkpol arbeitet und klar geregelten Datenschutzbestimmungen unterliegt.
Erst danach könnte theoretisch über eine teilweise Abschaffung systematischer Kontrollen zwischen einzelnen Staaten gesprochen werden. Selbst dann dürfte das Modell kaum eine Kopie des europäischen Systems werden. An den Landgrenzen könnten Kontrollen erhalten bleiben, während sie an Flughäfen weitgehend automatisiert würden. Bürger der Organisation der Turkstaaten könnten statt einer herkömmlichen internationalen Kontrolle eine besondere regionale Kontrolle durchlaufen. Für einen Raum ohne durchgehendes gemeinsames Territorium wäre eine solche Flexibilität eher ein Vorteil als ein Nachteil.
Auch der Tourismus stärkt die Argumente für das Projekt. Im Jahr 2024 empfingen die Länder des turkischen Raums fast 100 Millionen internationale Besucher. Der Tourismus innerhalb der Organisation der Turkstaaten wird nicht so sehr durch die Ticketpreise gebremst wie durch das Gefühl, dass eine Reise schnell zu einem bürokratischen Verfahren werden kann. Einen Flug von Samarkand nach Baku oder von Bischkek nach Istanbul bucht spontan vor allem derjenige, der sicher sein kann, dass ihn an der Grenze keine Überraschungen erwarten. Psychologische Geografie verändert sich durch genau solche scheinbaren Kleinigkeiten, und in Europa erwies sich dieser Effekt des Schengen-Raums beinahe als bedeutsamer als sein wirtschaftlicher Nutzen.
Die institutionelle Grundlage dafür existiert inzwischen. Die Organisation der Turkstaaten wurde 2009 von Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan und der Türkei als Kooperationsrat der turksprachigen Staaten gegründet. Usbekistan trat 2019 bei, und 2021 erhielt die Organisation ihren heutigen Namen. Inzwischen bestehen innerhalb ihrer Strukturen Mechanismen der Zusammenarbeit zwischen Innen- und Justizministerien, Zollbehörden, Zentralbanken, Investitionsagenturen, Justizräten und Generalstaatsanwaltschaften. Das Kapital des Turkischen Investitionsfonds wurde auf 600 Millionen Dollar erhöht. Der Verband der Industrie- und Handelskammern vereint nach Angaben der Organisationsführung mehr als zwei Millionen Unternehmen.
Der Vollständigkeit halber muss jedoch auch aufgezählt werden, was bislang fehlt. Es gibt keinen gemeinsamen Visakodex und keine gemeinsame Aussengrenze. Ein Gegenstück zum Schengener Informationssystem oder zu einer überstaatlichen Grenzschutzbehörde, die mit der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache vergleichbar wäre, existiert ebenfalls nicht. Eine gemeinsame Migrationspolitik sowie einheitliche Regeln für Abschiebung, Rückübernahme und Asyl fehlen. Auch gibt es kein Datenschutzrecht, das im gesamten Raum einheitlich gelten würde. Zu behaupten, die fünf Staaten würden „bereits ein Schengen schaffen“, wäre deshalb ungenau. Die laufende Entwicklung allein deshalb abzutun, weil das endgültige Modell noch nicht existiert, wäre jedoch ebenso falsch.
Meine Prognose: Was bis 2030 geschehen wird
Die Position eines Analytikers ist wenig wert, wenn seine Prognosen später nicht überprüft werden können. Deshalb halte ich meine Erwartungen ausdrücklich fest.
Auf dem Gipfeltreffen der Organisation der Turkstaaten im Oktober 2026 in Ankara, das Çiftçi ausdrücklich als Ziel der Vorbereitungen von Astana bezeichnete, werden die Staats- und Regierungschefs nach meiner Einschätzung das Konzept eines Rates zur Bekämpfung der Kriminalität billigen und Türkpol in der Abschlusserklärung erwähnen. Ein Gründungsvertrag für eine vollwertige Behörde dürfte frühestens 2027 unterzeichnet und von allen fünf Mitgliedstaaten nicht vor 2028 ratifiziert werden.
Die ersten gesonderten Korridore für Bürger der Organisation der Turkstaaten werden meiner Prognose zufolge spätestens Ende 2027 an mindestens zwei Flughäfen eingerichtet, und einer davon wird in Baku liegen. Reisen mit Personalausweisen werden spätestens bis Ende 2028 über die aserbaidschanisch-türkische Verbindung hinaus auf mindestens ein weiteres Staatspaar ausgedehnt. Am wahrscheinlichsten erscheinen die Türkei und Usbekistan oder Aserbaidschan und Usbekistan.
Eine vollständige Abschaffung systematischer Passkontrollen zwischen zwei beliebigen Mitgliedern der Organisation der Turkstaaten erwarte ich vor 2035 nicht. In einem Punkt könnte ich mich allerdings in Richtung einer schnelleren Entwicklung irren: Falls der politische Wille in Baku und Ankara stärker ist als die bürokratische Trägheit, könnten Aserbaidschan und die Türkei diesen Weg schneller als die übrigen Staaten zurücklegen und zum Kern eines „Schengen der zwei Geschwindigkeiten“ werden. Die drei zentralasiatischen Staaten, die durch ihre Verpflichtungen gegenüber der Eurasischen Wirtschaftsunion und China gebunden sind, dürften sich langsamer bewegen.
Eine Frage bleibt offen, und ich werde nicht so tun, als wüsste ich die Antwort. Wird Ankara bereit sein, seine eigenen Einträge in einer gemeinsamen Datenbank von den Partnerstaaten nach denselben Regeln überprüfen zu lassen, nach denen es deren Einträge kontrollieren möchte?
Korridor Nummer drei
In der Ankunftshalle des Flughafens von Baku gibt es heute zwei Warteschlangen: eine für Bürger Aserbaidschans und eine für alle übrigen Reisenden. Der Grenzbeamte in seiner Glaskabine nimmt den Reisepass, betrachtet das Gesicht, liest die Datenseite ein und versieht das Dokument mit einem Stempel. Ein aus Taschkent eingetroffener Ingenieur und ein Tourist aus Lissabon stehen in derselben Schlange und warten gleich lange.
Sollte im Oktober in Ankara tatsächlich unterzeichnet werden, was im September in Astana vorbereitet wurde, könnte über dem Eingang zur Halle in ein oder zwei Jahren ein drittes Schild erscheinen. Darunter würde ein elektronisches Drehkreuz stehen, das innerhalb von vier Sekunden das Gesicht des usbekischen Ingenieurs mit den Daten auf dem Chip seines Personalausweises und mit einer Datenbank abgleicht, von deren Existenz der Passagier möglicherweise nicht einmal etwas weiss.
Das Denkmal für Kül-Tegin, an das der türkische Minister in Astana erinnerte, steht seit dreizehn Jahrhunderten in der Steppe. Das Drehkreuz wird nicht annähernd so viel Zeit benötigen. Es braucht nur fünf Innenministerien, die sich darauf einigen, wer unter welchen Bedingungen fremde Namen in eine gemeinsame Liste eintragen darf.