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Nach den Angriffen der USA und Israels auf Iran, bei denen der Oberste Fuhrer Ali Chamenei, der Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden Mohammad Pakpur, der Sekretar des Obersten Nationalen Sicherheitsrates Ali Laridschani sowie eine Reihe weiterer Figuren aus der hochsten Machtelite getotet wurden, schien es vielen, als trete die Islamische Republik in eine Phase des unumkehrbaren Zerfalls ein. Umso mehr, als der neue Oberste Fuhrer Modschtaba Chamenei bis heute nicht offentlich erschien und damit sofort Geruchte ausloste - von schwerer Krankheit bis zu verborgenen Machtkampfen im innersten Zirkel.

Doch es geschah etwas anderes. Das iranische System brach nicht zusammen. Es fuhrt weiter Krieg, es verhandelt weiter, es demonstriert weiterhin jenes Ausmass politischer Uberlebenskraft, das sowohl Gegner des Regimes als auch seine Kritiker im Inneren immer wieder ratlos macht. Vor uns steht nicht einfach ein autoritarer Staat. Vor uns steht eine Konstruktion, zusammengesetzt aus Blut, Angst, religioser Legitimation, institutioneller Verdoppelung, kontrollierter politischer Konkurrenz und permanenter Bereitschaft zur inneren Gewalt.

Um zu verstehen, warum dieses Regime von aussen so schwer zu sturzen und von innen nahezu unmoglich zu demontieren ist, muss man zu seinen Ursprungen zuruckkehren. Die Islamische Republik entstand nicht als Ordnung nach einem vorher gezeichneten Bauplan. Sie wuchs aus dem Chaos der Revolution, aus Verrat unter Verbundeten, aus dem Kampf um den Apparat, aus Morden, Anschlagen, Sauberungen, Kompromissen und einem ununterbrochenen Krieg um das Recht zu bestimmen, wer im Namen Irans spricht.

Eine Revolution ohne einheitlichen Plan

1978 versuchte Schah Mohammad Reza Pahlavi angesichts gigantischer Proteste die Lage mit einer Ansprache an die Nation zu retten. Er versprach, Repression und Korruption zu beenden, soziale Gerechtigkeit wiederherzustellen, freie Wahlen abzuhalten - und verkundete zugleich die Bildung einer Militarregierung.

Das war keine Strategie mehr, sondern eine verspatete Geste. Das Vertrauen in den Schah war zu diesem Zeitpunkt fast verschwunden. Nationalisten und moderate Gegner der Monarchie sahen in den Generalen an der Macht nur einen weiteren Beweis dafur, dass das Regime zu keiner echten politischen Transformation fahig war. Die Linke betrachtete die Rede als Versuch, ihre Parolen zu stehlen und die Revolution zu entschärfen. Die schiitische Geistlichkeit sah darin den verzweifelten, aber aussichtslosen Versuch der Monarchie, ihre eigene Agonie zu verlangern.

So entstand die Anti-Schah-Koalition - ausserst heterogen, innerlich widerspruchlich, aber vereint durch ein gemeinsames Ziel: Pahlavi zu beseitigen.

Ihre lauteste und bestorganisierte Stimme war Ajatollah Ruhollah Chomeini. Fur den Schah war er langst nicht nur ein Gegner, sondern das Symbol kompromisslosen Widerstands. Hinter Chomeini standen Moscheen, Netzwerke religioser Mobilisierung und auch der Basar - jene soziale Schicht aus Handlern, Vermittlern sowie kleinen und mittleren Eigentumern, die in der iranischen Geschichte wiederholt zum politischen Motor wurde. Gerade dieses Bundnis von Geistlichkeit und Basar verschaffte dem Ajatollah nicht nur moralische, sondern auch finanzielle, personelle und organisatorische Stutze. Chomeini selbst lebte damals im Pariser Exil und koordinierte von dort faktisch die revolutionare Bewegung.

Schon damals propagierte er die Idee einer islamischen Herrschaft unter Aufsicht des Faqih, des Kenners islamischen Rechts. Fur viele Teilnehmer der Anti-Schah-Koalition blieben diese Vorstellungen jedoch entweder vage oder nebensachlich. Sehr viele verstanden schlicht nicht, wie weit Chomeini zu gehen gedachte, sobald die Monarchie fallen wurde.

Ein Bundnis jener, die den Schah hassten, sich aber gegenseitig nicht verstanden

Neben den Anhängern Chomeinis wirkten in der Anti-Schah-Koalition weitere Krafte.

Die Nationale Front vertrat die Interessen des gebildeten Mittelstandes, der Studenten und eines Teils der Intelligenz. Sie war die sichtbarste liberal-demokratische Kraft der Revolution. Ihre Anhänger wollten dem Parlament reale Macht zuruckgeben, den Autoritarismus begrenzen und Iran unabhangiger vom auslandischen Druck machen. Eine ihrer Schlüsselfiguren war Schapur Bachtiar - jener Mann, der spater das Angebot des Schahs annehmen und Premierminister werden sollte, womit er mit einem Teil der revolutionaren Opposition brach.

Daneben stand die Bewegung fur die Freiheit Irans unter Mehdi Bazargan, Jadollah Sahabi und Mahmud Taleghani. Diese Politiker standen der religiosen Offentlichkeit naher als die Nationale Front und traten fur eine Art islamische Demokratie ein - also fur die Verbindung religioser Ethik mit reprasentativen Institutionen.

Ein eigenes Lager bildete die Linke. Doch auch sie war kein einheitlicher Block. Die kommunistische Tudeh-Partei, die maoistische Peykar, die marxistischen Volksfedajin, die linksislamistischen Volksmodschahedin - sie unterschieden sich sowohl ideologisch als auch organisatorisch und in ihren Vorstellungen uber die Zukunft des Landes. Die einen traumten von einem Sozialismus mit islamischer Rhetorik. Andere wollten eine revolutionare Volksordnung unter Fuhrung einer kampfenden Avantgarde. Wieder andere dachten in Kategorien einer antiimperialistischen Front.

Mit anderen Worten: Die Anti-Schah-Koalition war nur in der Ablehnung der Monarchie geeint. Daruber, wie Iran nach dem Sturz des Schahs aussehen sollte, besassen ihre Teilnehmer weder eine gemeinsame Sprache noch ein gemeinsames Projekt, ja nicht einmal einen gemeinsamen Erwartungshorizont.

Die letzte Chance der Monarchie, die nichts mehr verandern konnte

1978 sah sich Pahlavi zu Zugestandnissen gezwungen. Er liess politische Gefangene frei und ernannte Schapur Bachtiar - Sozialdemokrat und einer der Fuhrer der Nationalen Front - zum Premierminister. Fur den Schah war das eine spate Liberalisierungsgeste. Fur Bachtiar war es die tragische Wette darauf, dass sich die Monarchie noch in eine Ubergangsform zu einer freieren politischen Ordnung verwandeln lasse.

Zeitzeugen zufolge sagte Bachtiar dem Schah einen beinahe programmatischen Satz: Ihr Vater hat meinen Vater getotet, und Sie haben mich ins Gefangnis geworfen. Ich habe keinen Grund, Ihrem Regime personlich treu zu sein. Doch Iran sei noch nicht bereit fur eine demokratische Republik, und die Hauptaufgabe bestehe darin, diese Barbaren aufzuhalten. Mit den Barbaren meinte er die Islamisten.

Die Warnung kam rechtzeitig - und blieb wirkungslos.

Im Januar 1979 uberredete das Umfeld den Schah, das Land zu verlassen - angeblich zu Erholungszwecken. Fur das System war das bereits ein todlicher symbolischer Schlag. Am nachsten Tag erschienen die Zeitungen, denen die liberale Regierung Bachtiars wieder das Erscheinen erlaubt hatte, mit der historischen Schlagzeile: Der Schah ist gegangen. Die Massen lasen dies als Verkundung des Endes der Monarchie. Danach gehorchte die Strasse dem Staat endgultig nicht mehr.

Am 1. Februar 1979 kehrte Chomeini nach Teheran zuruck. Millionen empfingen ihn. Er war nun kein Oppositionsfuhrer im Exil mehr - er war der Mann, der gekommen war, das Land in Besitz zu nehmen. Mit ihm kehrten seine engsten Vertrauten zuruck, das spatere personelle Gerust der neuen Macht. Als westliche Journalisten ihn fragten, was er nach vierzehn Jahren Exil empfinde, antwortete er mit einem Wort: Nichts. Zehn Tage spater ubernahm er die Macht in einem Millionenstaat.

Wenn eine Armee aufhort, Armee zu sein, hort ein Regime auf, Regime zu sein

Nach Chomeinis Ruckkehr existierten formal noch ein legitimer Premierminister, Bachtiar, eine Armee und staatliche Institutionen. Doch die Legalitat hinkte der politischen Realitat bereits hinterher.

Am 10. Februar verhangte Bachtiar das Kriegsrecht und eine Ausgangssperre. Doch die Strasse gehorchte nicht. Am folgenden Tag erklarte die Armee ihre Neutralitat. Genau der 11. Februar 1979 gilt als Tag des Sieges der Islamischen Revolution.

Von diesem Moment an begann nicht nur ein Machtwechsel, sondern ein totaler Umbau der gesamten Logik politischer Herrschaft.

Als die Revolutionsgarden endgultig in die Politik eintraten

Das Ende der 1990er Jahre wurde zu einem Schluselmoment in der Entwicklung des Korps der Islamischen Revolutionsgarden. Die IRGC horte auf, nur eine militarische oder sicherheitsorientierte Struktur zu sein. Sie erhob immer offensiver Anspruch auf die Rolle eines politischen Akteurs.

1998 gelangte Journalisten eine Aufnahme einer geschlossenen Rede des IRGC-Oberbefehlshabers Jahja Rahim Safawi in die Hande. Darin wurden die reformorientierte Presse und die Verbundeten Chatamis mit den Volksmodschahedin in Verbindung gebracht und als Gefahr fur die nationale Sicherheit dargestellt. Dort fiel auch eine erschreckende Formel: Wir mussen einigen die Kehle durchschneiden und anderen die Zunge abschneiden. Das Schwert ist unsere Kraft.

Spater erklarte die IRGC, der Satz sei aus dem Zusammenhang gerissen worden, legte jedoch nie den vollstandigen Text vor. Danach schloss sich auch Chamenei dem Druck auf die Presse an und warf den Zeitungen Missbrauch der Freiheit vor.

Chatami versuchte zum Gegenschlag auszuholen. Im Januar 1999 setzte er eine Kommission zur Untersuchung einer Serie von Morden an Dissidenten und Politikern ein. Unter staatlichem Druck mussten die Geheimdienste ihre Beteiligung einraumen. Mehrere Personen wurden verurteilt. Doch auch hier wich das System nur einen Schritt zuruck, um anschliessend seine Positionen wiederherzustellen. Die Auftraggeber der Verbrechen wurden nie genannt, und zwei Jahre spater wurden die Urteile gemildert.

Das war die fur Iran typische Logik eines teilweisen Eingestandnisses ohne Veranderung des grundlegenden Machtgleichgewichts.

Universitat, Zeitung, Strasse - und die Grenzen des Erlaubten

Im Sommer 1999 veroffentlichte die Zeitung Salam einen Brief eines Geheimdienstbeamten uber Plane zur Verscharfung der Kontrolle uber die Presse. Die Zeitung wurde rasch geschlossen. Danach griffen Polizei und die mit der IRGC verbundene Basidsch-Miliz die Universitat Teheran an - das Symbol studentischer Opposition. Dies wurde zum Zunder fur Massenproteste.

Die Zusammenstosse gingen weit uber das universitäre Milieu hinaus. Sie wurden die grossten seit der Revolution von 1979. Genau damals sandte die IRGC Chatami ihren beruhmten Brief, unterzeichnet von 24 Kommandeuren. Seine Botschaft war eindeutig: Wenn der Prasident die Krise nicht niederschlagt, werden es die Sicherheitskrafte selbst tun.

Chatami wich zuruck. Er rief die Studenten auf, sich zu zerstreuen, und liess sie damit allein mit der Repressionsmaschine. Danach folgte die Zerschlagung der reformorientierten Presse, die der Prasident nicht mehr verhindern konnte.

Bis 2005 waren die meisten seiner Reformen entweder blockiert oder teilweise demontiert. Doch das, was er geweckt hatte, liess sich nicht mehr in das Archiv zurucklegen. Jugend, stadtische Mittelschichten, Frauen, Intellektuelle - sie alle bewahrten die politische Erinnerung an die Moglichkeit eines anderen offentlichen Lebens.

Zehn Jahre spater kehrte diese Erinnerung auf die Strassen zuruck.

Die Grune Bewegung als letzte grosse Herausforderung aus dem Inneren des Systems

2009 kehrte Mir-Hossein Mussawi, ehemaliger Premierminister und langjahriger Gegner Chameneis, als Kandidat der Reformbewegung in die grosse Politik zuruck. Chatami uberliess ihm den Platz. Neben ihm trat ein weiterer prominenter Reformer an - Mehdi Karroubi, der noch mutiger sprach und eine Uberarbeitung der Verfassung, weniger Druck auf die Presse sowie eine Begrenzung der Vollmachten des Wachterrates forderte.

Mussawi erhielt nicht das, was in der iranischen Politik lange beinahe Voraussetzung fur eine erfolgreiche Kampagne gewesen war - die informelle Billigung des Obersten Fuhrers. Mehr noch: Chamenei sympathisierte offenkundig mit dem amtierenden Prasidenten Mahmud Ahmadinedschad.

Dennoch liessen die Behorden Mussawi zu den Wahlen zu. Der Wahlkampf wurde der offenste seit der Revolution. Plakate, Kundgebungen, Strassenmobilisierung, soziale Netzwerke - all dies erzeugte das Gefuhl echten politischen Lebens. Die Farbe Grun wurde zum Symbol der Bewegung, und Mussawis Ehefrau Sahra Rahnaward zog Jugend und Frauen in die Kampagne hinein und machte daraus weit mehr als einen Kampf zweier Lager innerhalb des Apparats.

Nach offiziellen Angaben siegte Ahmadinedschad am 12. Juni 2009 mit 62 Prozent der Stimmen. Chamenei bestatigte das Ergebnis rasch. Doch Mussawi weigerte sich, es anzuerkennen. Seine Anhanger waren uberzeugt, dass es zu massiver Wahlfalschung gekommen war. Bereits drei Tage spater fullten Hunderttausende die Strassen.

Zunachst war es ein Protest gegen gestohlene Wahlen. Dann wurde es ein Protest gegen die gesamte Logik des Regimes.

Nach einigen Tagen der Konfrontation bestatigte Chamenei erneut das offizielle Ergebnis und erklarte weitere Proteste zur Herausforderung seiner eigenen Macht. Danach eroffneten die Revolutionsgarden und Spezialpolizei das Feuer auf Demonstranten. Dutzende starben, Tausende wurden verhaftet.

Die Grune Bewegung wurde zum Hohepunkt eines langen Prozesses. Die Gesellschaft zeigte, dass sie zu massenhafter Mobilisierung fahig ist. Doch das Regime zeigte etwas noch Wichtigeres: Es ist bereit, auf jede Herausforderung um jeden Preis zu antworten, und es versteht es, jede politische Krise in einen Anlass zur weiteren Starkung seines sicherheitspolitischen Kerns zu verwandeln.

Am Ende wurde das reformorientierte Lager fast vollstandig aus den Machtinstitutionen verdrangt. Die Positionen Chameneis und der IRGC wurden nur noch fester.

Warum jeder innere Krieg mit dem Sieg des Systems endet

Die Geschichte der Islamischen Republik ist nicht die Geschichte einer monolithischen Diktatur. Und auch nicht die Geschichte einer Demokratie, die von Klerikalen erstickt wurde. Es ist die Geschichte eines hybriden Regimes, das gelernt hat, begrenzte politische Konkurrenz als Mechanismus der Selbsterhaltung zu nutzen.

Die Zerschlagung der Regierung Bazargan. Die Ausschaltung Banisadrs. Der Konflikt zwischen Chamenei und Mussawi in den 1980er Jahren. Das Ersticken der Reformen Chatamis. Die Niederschlagung der Grunen Bewegung. All diese Krisen sahen ausserlich wie ein Kampf um die Zukunft Irans aus. Doch fast jedes Mal endeten sie gleich: Nicht dieser oder jener Politiker siegte, sondern das System selbst.

Seine Starke liegt darin, dass es sich nicht auf ein einziges Machtzentrum reduziert. Es gibt gewahlte Institutionen, doch uber ihnen stehen nicht gewahlte. Es gibt eine Armee, doch parallel existiert die IRGC. Es gibt Gerichte, doch es gibt auch die revolutionare Logik der Bestrafung. Es gibt ein Parlament, doch auch Strukturen, die den Sinn parlamentarischer Politik annullieren konnen. Es gibt einen Prasidenten, doch es gibt den Rahbar. Es gibt Wahlen, doch es gibt einen Filter fur die Zulassung zu Wahlen. Es gibt offentliche Politik, doch ihre Grenzen werden nicht von der Gesellschaft bestimmt, sondern von einem sakralen und sicherheitspolitischen Uberbau.

Jedes dieser Elemente entstand als Antwort auf eine fruhere Krise. Jeder neue Konflikt zerstorte das System nicht, sondern baute es weiter aus und machte es noch vielschichtiger, misstrauischer, harter und widerstandsfahiger.

Stabilitat, errichtet auf Angst, Erinnerung und Verdoppelung

Das iranische Regime ist nicht stabil, weil es von der Gesellschaft geliebt wird. Und nicht, weil es fehlerfrei effizient ware. Es ist stabil, weil es Schlage uberlebt, indem es Macht auf konkurrierende, aber miteinander verbundene Institutionen verteilt, weil es sich angesichts ausserer Bedrohungen permanent mobilisiert, weil es an Repression gewohnt ist und weil sich im kritischen Moment stets ein Organ, eine Struktur, ein Kommando oder ein ideologisches Zentrum findet, das die Kontrolle ubernimmt.

In diesem Sinn gleicht die Islamische Republik keiner Pyramide, die man durch einen Schlag auf ihre Spitze zum Einsturz bringen kann, sondern einem komplexen Netz aus Knotenpunkten, von denen einige andere doppeln. Gerade deshalb garantiert selbst die Ausschaltung hochster Figuren keinen Kollaps. Das System wurde von Anfang an so gebaut, dass es Verschworungen, Aufstande, Morde, Anschlage, Kriege, Strassenrevolten und Spaltungen innerhalb der Elite ubersteht.

Fast ein halbes Jahrhundert lang wurde diese Konstruktion im Zustand permanenten politischen Ausnahmezustands geformt. Deshalb ist das heutige Iran nicht einfach eine Theokratie und nicht einfach eine Republik. Es ist ein Regime, das uberlebte, weil es die Krise zur Norm machte, den Konflikt zur Methode des Regierens und die Gewalt zu einem der Mechanismen institutioneller Stabilitat.

Und bis heute konnten weder ausserer Druck noch innere Proteste diese Architektur endgultig brechen. Sie kann schwanken, Gesichter wechseln, symbolische Gipfel verlieren - doch jedes Mal setzt sie sich erneut in ihre alte Form zusammen: grausam, komplex und auf ihre Weise beinahe erschreckend rational.