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Im Fruhjahr 2026 lost der Name Tucker Carlson in Israel bereits weit mehr als blossen Arger aus. Er ruft jene besondere, schwere, beinahe korperliche Wachsamkeit hervor, die man empfindet, wenn man begreift: Vor einem steht kein zufalliger Gegner, sondern ein Mann, der langsam, aber unaufhaltsam das Fundament aufbricht, auf dem jahrzehntelang das gesamte Sicherheitssystem des judischen Staates in der amerikanischen Politik ruhte. Nicht Bomben aus dem Gazastreifen, nicht Raketen der Hisbollah, nicht iranische Drohungen - sondern eine Stimme von jenseits des Ozeans, die einst als Stimme eines Verbundeten galt.

Die Stimme eines Konservativen, eines Republikaners, eines Patrioten des "wahren Amerika". Heute aber wird er in den verschlossenen Amtszimmern von Tel Aviv und Jerusalem anders genannt: ein Katalysator des strategischen Verrats. Nicht einfach ein Kritiker der Politik Netanjahus. Nicht bloss ein Gegner amerikanischer Militarhilfe. Sondern eine Figur, die immer haufiger antiisraelische und stellenweise offen antisemitische Narrative normalisiert und damit etwas untergrabt, das fruher als unerschutterlich galt.

Doch das Bild darf nicht vereinfacht werden. Es geht nicht um eine einheitliche, monolithische Reaktion der gesamten israelischen Gesellschaft. Vor uns liegen mehrere Wahrnehmungsebenen, mehrere parallele Realitaten. Das israelische Establishment, ein grosser Teil des proisraelischen Medienumfelds, ein erheblicher Teil rechtszionistischer Kreise sowie jene Strukturen, die sich professionell mit der Bekampfung des Antisemitismus befassen, sehen in Carlson langst nicht mehr bloss einen unbequemen Kritiker. Sie sehen in ihm einen Mann, der immer haufiger zur wichtigsten Buhne fur marginale Holocaustleugner, Verschworungsideologen und fur jene wird, die moderne Varianten der Ritualmordlegende gegen Israel verbreiten. Zugleich gibt es engere Gruppen, die meinen, Carlson spreche unbequeme, aber reale Fragen an: uber die Abhangigkeit der USA von endlosen Kriegen im Nahen Osten, uber die Rolle evangelikaler Christen in der amerikanischen Politik und uber den wirklichen Preis bedingungsloser Unterstutzung fur Israel. Doch das ist eine Minderheit, nicht der Mainstream.

Um es ganz direkt zu sagen: In der heutigen israelischen Wahrnehmung ist Carlson langst kein bloss amerikanischer Konservativer mehr. Immer haufiger wird er als Teil einer neuen amerikanischen Rechtswelle betrachtet, die sich vom traditionellen republikanischen proisraelischen Kurs entfernt und eine normale Debatte uber Israels Politik durch eine weit gefahrlichere Frage ersetzt: Ist nicht Israel selbst ein destruktiver Faktor fur Amerika? Fur Israelis ist das ein grundsatzlicher Unterschied. Das israelische Publikum ist harte Kritik an einzelnen Militaroperationen gewohnt, Attacken gegen den Premierminister, Streit uber die Armee, die Siedlungspolitik oder die Justizreform. Wenn aber Kritik in die Behauptung umschlagt, Israel ziehe die USA in endlose Kriege hinein, manipuliere die amerikanische Aussenpolitik oder sei eine Quelle systemischer Bedrohung fur amerikanische Interessen, dann wird dies in Israel nicht mehr als gewohnliche Polemik wahrgenommen. Dann beginnt der Bereich ideologischer Feindseligkeit.

Besonders aufschlussreich ist, dass bereits im Dezember 2024 der Diasporaminister Amichai Schikli Carlson offentlich mit einer Scharfe angriff, die gewohnlich nur erbitterten Feinden gilt. Er warf ihm vor, zur wichtigsten Plattform fur marginale Holocaustleugner, Verschworungsideologen und fur Personen geworden zu sein, die die Ritualmordlegende gegen Israel verbreiten. Fur einen Amtstrager dieses Ranges war das ein klares staatliches Signal: In Regierungskreisen begann man Carlson nicht mehr als schwierigen Verbundeten, sondern als Quelle gefahrlicher Legitimierung feindseliger Narrative wahrzunehmen.

Danach wurde die Haltung nur noch harter. Im Januar 2026 rief der Knesset-Abgeordnete Dan Illouz vom Likud die amerikanischen Konservativen offen dazu auf, Carlson und Candace Owens beiseitezuschieben, und nannte ihre Ansichten eine Bedrohung nicht nur fur Israel, sondern auch fur die USA selbst. Gerade deshalb ist das wichtig, weil hier nicht ein Linker spricht, sondern ein Vertreter des regierenden rechten Lagers. Die Ablehnung Carlsons in Israel geht inzwischen nicht nur von der liberalen Presse aus, sondern auch von einem bedeutenden Teil des rechtszionistischen Establishments, das sonst gegenuber harter republikanischer Rhetorik durchaus tolerant ist.

Ein weiterer wichtiger Indikator ist die Geschichte seines Israel-Besuchs im Februar 2026. Israelischen Quellen zufolge diskutierten die Behorden sogar die Moglichkeit, Carlson gar nicht erst ins Land zu lassen. Auch wenn es letztlich nicht dazu kam, sagt allein die Tatsache einer solchen Diskussion sehr viel aus. Israel zeigt gegenuber einem konservativen amerikanischen Medienstar selten eine derartige Nervositat. Das bedeutet, dass man ihn nicht mehr bloss als unbequemen Debattierer sieht, sondern als jemanden, der Israels eigenes Territorium als Kulisse fur seine Kampagne gegen den proisraelischen Konsens in Amerika nutzen konnte.

Gleichzeitig hat Israel ihm die Tur nicht vollstandig verschlossen. Man erlaubte ihm ein Interview mit dem US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee. Doch nach Angaben der Jerusalem Post fand das Gesprach faktisch in der Flughafenzone statt, ohne wirklichen Zugang zum offentlichen Raum. Das wirkte wie ein streng kontrolliertes Format: keine harte Ausweisung, aber auch alles andere als ein normaler Empfang. Ein solches halb isoliertes Szenario spiegelt die heutige Haltung wider - in Israel betrachtet man ihn nicht als willkommenen Gast, weiss aber um seinen Einfluss und zieht es vor, in die Auseinandersetzung einzutreten, statt ihn zu ignorieren.

Warum die Brucken verbrannt sind: vier tiefe Ursachen

Warum hat sich die Haltung so drastisch verschlechtert? Es gibt vier Grunde, und jeder von ihnen trifft ins Herz des israelischen Selbstverstandnisses.

Der erste ist die allmahliche Verschiebung von der Kritik an einer konkreten Regierung hin zur Kritik am proisraelischen Konsens in den USA selbst, der als angeblich gefahrliches System des Einflusses dargestellt wird. Fur viele Israelis, besonders nach dem 7. Oktober und dem darauf folgenden Krieg, klingt das nicht mehr nach Realismus, sondern nach einer Rhetorik, die alten Vorwurfen vom judischen Einfluss auf fremde Staaten die Tur offnet. Deshalb beschreiben analytische Strukturen seine Rhetorik immer haufiger nicht nur als antiisraelisch, sondern auch als potenziell antisemitisch.

Der zweite Grund ist seine Arbeit mit Gasten und Themen, die in Israel als toxisch gelten. Besonders stark wirkten jene Episoden, in denen er Figuren eine Plattform bot, die mit Holocaustleugnung oder einem antisemitischen Umfeld verbunden waren. Fur das israelische Bewusstsein ist das keine Nebenfrage. Man kann uber Gaza streiten, aber Revisionisten zu legitimieren bedeutet, eine rote Linie zu uberschreiten. Gerade nach solchen Episoden begann man ihn als moralisch gefahrliche Figur zu beschreiben.

Der dritte Grund sind seine scharfen Angriffe personlich gegen Netanjahu und gegen den israelischen Kriegskurs. Selbst jene, die den Premierminister nicht ausstehen konnen, sind nicht bereit, einen amerikanischen Kommentator zu akzeptieren, der Bibi in ein Symbol des universalen Bosen verwandelt und Israel zum Motor der Zerstorung westlicher Politik erklart. Das erzeugt einen gegenteiligen Konsolidierungseffekt: Selbst die Opposition beginnt, das Land zu verteidigen.

Der vierte und tiefste Grund ist seine Rolle innerhalb des amerikanischen rechten Milieus. Israel war es gewohnt, die Republikanische Partei als naturliche Stutze zu betrachten. Carlson wurde zum Symbol jenes Teils der amerikanischen Rechten, der sagt: "America First, und israelische Interessen sind eine fremde Agenda." Fur Israelis ist das eine katastrophale Verschiebung. Er wird als Symptom der Erosion des traditionellen rechtskonservativen proisraelischen Lagers in den USA wahrgenommen.

Wie unterschiedliche Israels Carlson sehen

Das staatliche und politische Establishment. Hier uberwiegt eine nahezu eindeutig negative Haltung. Carlson gilt als jemand, der in den USA aus dem rechten Lager heraus Stimmungen verstarkt, die fur Israel gefahrlich sind, obwohl eben dieses Lager jahrzehntelang als Verbundeter galt. Daher kommen auch die scharfen Attacken von Ministern und die Diskussionen uber mogliche Einreisebeschrankungen.

Die israelische Mainstream-Presse. Der Ton ist hart. In Haaretz wird er als fur Juden gefahrliche Figur beschrieben und mit einer populistischen und antisemitischen Welle in Verbindung gebracht. In der Jerusalem Post erscheint er als jemand, der seine Gesprachspartner gezielt fur ein bereits vorgefertigtes antiisraelisches Fazit auswahlen soll.

Rechtszionistische Intellektuelle. Hier ist das Bild komplizierter. Ein Teil befindet sich in offener Feindschaft zu ihm. Andere sehen in ihm einen unangenehmen, aber nutzlichen Indikator fur die Krise des amerikanischen Konservatismus und sind bereit, sich inhaltlich mit ihm auseinanderzusetzen.

Linke und postzionistische Kreise. Die Haltung ist instrumentell. Wenn Carlson Avraham Burg einladt, freut sich ein Teil des linken Publikums uber die Moglichkeit, interne Kritik nach aussen zu tragen. Als Verbundeten betrachtet man ihn jedoch nicht.

Die breite Offentlichkeit. Dem Ton der Medien und den Reaktionen der Politiker nach uberwiegt ein negatives Bild: ein Mann, der die israelische Realitat entweder nicht versteht oder sie bewusst verzerrt.

Besonders schlecht wurde sein Versuch aufgenommen, sich nach der Reise im Februar als Opfer darzustellen. Seine Behauptungen uber die Beschlagnahmung des Passes stiessen auf Skepsis und Verargerung. Fur das israelische Publikum wirkte das wie ein klassischer Trick: in ein Land mitten im Krieg zu kommen und Sicherheitsmassnahmen anschliessend als Beweis fur Totalitarismus darzustellen.

Amerikanische Juden - ein anderer Schmerz, dieselbe Angst

Der Unterschied zwischen Israel und der judischen Diaspora in den USA ist erheblich. In Israel nimmt man Carlson als von aussen gefahrliche, feindselige Figur wahr. Unter amerikanischen Juden ist die Haltung starker aufgefachert, doch der Gesamtrichtung nach uberwiegt auch hier das Negative. Im organisierten Umfeld, in grossen Organisationen, im Rabbinat, in liberalen und zentristischen Kreisen sowie bei proisraelischen Republikanern gilt er als jemand, der zur Normalisierung antisemitischer Motive und feindseliger Einstellungen gegenuber Israel beitragt.

Das amerikanische Bild ist komplizierter, weil der Streit entlang mehrerer Linien verlauft.

Die erste Linie betrifft Israel als Staat im Gegensatz zum judischen Leben in Amerika als Dasein einer Minderheit. Fur Israelis lautet die Hauptfrage: Untergrabt er das Bundnis mit den USA? Fur amerikanische Juden lautet sie: Verstarkt er ein Klima, in dem Juden in den USA verwundbarer werden? Deshalb fallt die Reaktion oft emotional harter aus, auch wenn die Logik eine andere ist.

Die zweite Linie ist die politische Polarisierung innerhalb der amerikanisch-judischen Gemeinschaft. Es gibt liberale, zentristische, orthodoxe, rechtsrepublikanische und antizionistische Segmente. Carlson wird entsprechend unterschiedlich wahrgenommen: als Bedrohung, als Symptom, als Instrument oder als Trager einer gefahrlichen Logik.

Die grossen judischen Organisationen. Hier ist die Haltung am scharfsten. ADL, AJC und die Republican Jewish Coalition sehen in ihm einen Mann, der die Grenze zwischen Kritik an Israel und antisemitischer Verschworungsrhetorik verwischt. Besonders irritierend ist, dass er das Thema Israel immer wieder in Motive von verborgenem Einfluss und doppelter Loyalitat einbettet. Beim Symposium der Republican Jewish Coalition im Marz 2026 wurde er als zentrales Beispiel fur das Wachstum antisemitischer Motive im MAGA-Milieu kritisiert.

Liberale und zentristische amerikanische Juden. Ihre Haltung ist noch negativer. Fur sie ist er ein Symbol des rechten Populismus, der Antisemitismus gesellschaftsfahig macht. Viele von ihnen kritisieren Netanjahu selbst, lehnen Carlson aber dennoch ab, weil fur sie nicht nur zahlt, was gesagt wird, sondern auch aus welchem geistigen Boden es kommt.

Rechtskonservative und republikanische Juden in den USA. Hier ist die Reaktion konflikthaft. Ein Teil schatzt ihn noch immer als Stimme gegen das liberale Establishment, doch die Toleranz sinkt. Er lost eine Loyalitatskrise aus: Die einen sehen in ihm einen Antiinterventionisten, die anderen eine Gefahr fur die Juden Amerikas.

Das orthodoxe Milieu. Hier muss man vorsichtig verallgemeinern. Einige reagieren sehr scharf, andere rechtfertigen ihn teilweise als Kritiker von Kriegen. Doch sein Spiel mit Holocaustleugnern bleibt ein schwerwiegendes Problem. Die Toleranz schwindet langsam, aber sichtbar.

Antizionistische und radikal israelkritische judische Kreise. Auch hier herrscht eine paradoxe Haltung. Sie kritisieren Israel, mogen Carlson aber dennoch nicht: Er tut dies aus einer rechten nationalistischen Matrix heraus und vergiftet damit die Moglichkeit ehrlicher Kritik.

Der entscheidende Unterschied: Staat gegen Minderheit

In Israel bewertet man Carlson durch das Prisma des Staatsinteresses und des Bundnisses mit Washington. Im judischen Amerika hingegen durch das Prisma der Verletzlichkeit einer Minderheit und des wachsenden Antisemitismus innerhalb der USA. Fur Israelis ist er ein amerikanisches Problem, das Israel trifft. Fur amerikanische Juden ist er ein amerikanisches Problem, das die Juden selbst trifft, wahrend Israel nur eine der Arenen ist.

Neuer rechter Antiinterventionismus - von der Ausnahme zur Anklage

Der rechte amerikanische Antiinterventionismus galt lange nicht als Bedrohung, weil er mit der Unterstutzung Israels als Ausnahme verbunden war. Doch in den Jahren 2025 und 2026 ging ein Teil des MAGA-Milieus weiter: nicht nur gegen neue Kriege, sondern gegen die gesamte Logik eines besonderen Bundnisses mit Israel. Carlson wurde zum wichtigsten Ubersetzer dieser neuen Sprache. Er sagt nicht bloss: "Amerika sollte nicht kampfen." Er fuhrt seine Zuhorer vielmehr an den Gedanken heran, Israel verfalsche die amerikanischen Interessen. Zwischen diesen beiden Thesen liegt ein gewaltiger Unterschied.

Der Streit zwischen Carlson und Huckabee im Februar 2026 wurde zum Symbol fur den Kampf um die Seele der amerikanischen Rechten. Huckabee verkorpert die alte evangelikale Linie: Israel ist ein moralischer Aktivposten. Carlson verkorpert das neue Misstrauen: Jedes besondere Bundnis ist verdachtig. Beim Marz-Symposium der Republican Jewish Coalition wurde Carlson zur zentralen negativen Figur. Senator Ted Cruz warnte vor dem Problem des Antisemitismus in den eigenen Reihen.

J. D. Vance ist eine Figur an der Schnittstelle. Er zeigt, dass der neue Skeptizismus bereits in die oberen Etagen der Macht vorzudringen beginnt.

Trump als Meister des Gleichgewichts - Genie oder Quelle der Gefahr

Jahrzehntelang stutzte sich Israel auf eine einfache Formel: Die Republikaner sind eine verlassliche Reserve. Heute bekommt diese Konstruktion Risse. Carlson greift ihr Fundament an: Die Unterstutzung Israels sei bloss aufgezwungene Tragheit.

Der alte Konsens beruhte nicht nur auf Geopolitik, sondern auch auf Kultur. Die neue Rechte denkt anders: Entscheidend ist der nationale Egoismus. Carlson ist ein Beschleuniger dieses Wandels. Er gab diesem Milieu ein respektables Mikrofon und ubersetzte das Misstrauen in eine massentaugliche Sprache.

Trump entscheidet sich nicht fur eine Seite. Er balanciert. Im Marz 2026 wies er Carlson offentlich zurecht, brach aber nicht mit dem antiinterventionistischen Milieu. Sein Umfeld versuchte, die Spannung rund um den Konflikt zwischen Carlson und Huckabee zu senken. Trump halt zwei Energien zusammen: "Israel ist ein Verbundeter" und "Amerika darf nicht fur fremde Konflikte zahlen." Er nutzt Huckabee fur Stabilitat, Carlson fur die Energie der Basis. Vance bleibt ein schweigendes Fragezeichen.

Fur Israel ist das eine beunruhigende Konstruktion. Die Unterstutzung bleibt bestehen, aber nicht mehr als Instinkt, sondern als Ergebnis eines Aushandelns. Israel hangt davon ab, fur wie sinnvoll Trump es halt, den carlsonschen Flugel zu bremsen.

Kein Fernsehmoderator, sondern ein Symbol seiner Epoche

In Israel hat sich die Haltung zu Carlson verfestigt: Er wird als feindselig, gefahrlich und als Untergraber des rechten Konsenses wahrgenommen. Das einflussreiche Israel halt ihn politisch fur schadlich, ein Teil der Publizisten fur moralisch toxisch, kleinere Gruppen fur einen nutzlichen Zerstorer von Tabus - aber nicht fur einen Freund.

In der judischen Diaspora ist die Haltung komplexer, doch im Kern uberwiegt auch hier das Negative: Er tragt zur Verbreitung antisemitischer Motive und zur Wiederbelebung alter Verdachte bei.

Der rechte Antiinterventionismus wurde in dem Moment zur Gefahr, als er zu sagen begann: "Gerade wegen Israel verliert Amerika sich selbst." Carlson hat diesen Ubergang sichtbar gemacht, Huckabee den Widerstand dagegen, Vance die Zwischenzone. Der Streit um ihn ist ein Streit daruber, ob die Republikanische Partei eine Stutze Israels bleiben wird.

Das Fruhjahr 2026 ist ein Moment, in dem die alte Welt noch halt, die Risse jedoch bereits sichtbar sind. Solange Trump das Gleichgewicht meisterhaft wahrt, bleibt die Frage offen: Haltet diese Konstruktion stand, oder erweist sich Carlson als Vorbote eines wirklichen Bruchs? Israel und die amerikanischen Juden warten mit einer Angst auf die Antwort, die sich nicht mehr verbergen lasst.